Industrie

Die 6 Laserschneidverfahren – wie Laser helfen können

Laserschneidverfahren
Geschrieben von Iris

Mit einem Laser zu schneiden hat Eingang in fast alle industrielle Bereiche gefunden. Ob in der Textilindustrie, wo man Stoffe damit schneidet, bei Plexiglasbetrieben bis hin zu Stahlbaufirmen: Mit Laser wird einfach alles fast alles geschnitten, was nicht zu dick ist. Doch welche Verfahren zum Laserschneiden gibt? Hier die 6 wichtigsten Laserschneidverfahren.

1. Laserstrahlschmelzschneiden

Bei dieser außerordentlich präzisen Methode des Laserschneidens wird eine hohe Schnittqualität dadurch erreicht, dass der Laserstrahl das Material schmilzt, welches dann mit einem Gasstrahl und hohem Druck dort weggeblasen wird. Bei diesem Verfahren kommt es nicht zu einer Oxidbildung.

2. Laserstrahlbrennschneiden

Immer, wenn es um größere Materialstärken geht, setzt man eher auf das Laserbrennschneiden. Es funktioniert ähnlich wie das Laserstrahlschmelzschneiden, aber beim Brennschneiden wird zusätzlich reiner Sauerstoff zugeführt, der auf den Schnittpunkt geblasen wird.

So bildet sich eine sehr hohe Wärmeenergie, die erlaubt, das Material punktuell zu schneiden. Anfallende Schmelze, die noch nicht verbrannt ist, wird aus der Fuge geblasen.

3. Laserstrahlsublimationsschneiden

Der Laserstrahl führt hier gar nicht erst zum Schmelzen oder Brennen, sondern durch sehr große Hitzeeinwirkung direkt zum Verdampfen des Materials an der Auftrittsstelle. Dieser Vorgang wird Sublimation genannt.

Auch wird mit Gas geblasen, aber nicht, um Schmelze aus der Fuge zu blasen, sondern, um die Linsen und Spiegel zu schützen. Typischerweise wird dieses Verfahren z.B. bei Kunststoffen angewandt, die mit klaren Kanten geschnitten werden sollen.

4. Laserschneiden 2D

Beim 2D-Laserschneiden wird der Laser verwandt, um zweidimensionale Gegenstände zu schneiden, z.B. Bleche. Das Laserschneiden steht hier in Konkurrenz zur Stanztechnik. Bei großen Mengen ist das Stanzen zwar manchmal kostengünstiger, verbraucht aber mehr Material.

Laserschneiden in 2D hat den Vorteil, dass auch kleine Mengen schnell und kostengünstig umsetzbar sind und nur niedrige Kosten entstehen, da kein Stanzwerkzeug gebaut werden muss.

5. Laserbearbeitung in 3D

Der Vorteil des Laserschneidens kommt vor allen Dingen beim 3D-Lasern zum Vorschein. Mit Laser können auch hochkomplexe dreidimensionale Gegenstände geschnitten werden, z.B. Rohkarosserien, Rohrkonstruktionen oder andere 3D-Objekte.

3D-Laserbearbeitung

Beeindruckend ist dabei die hohe Genauigkeit des Laserschneidens bis auf 1/10 mm genau und die Beibehaltung der hohen Qualität auch bei vielen Wiederholungen.

6. Rohrlasern

Das Rohrlaserschneiden ist eine spezielle 3D-Lasertechnik, die es ermöglichst, auch komplexe Einschnitte in Rohre (rund, oval oder eckig) vorzunehmen. Dabei kann eine Rohrlaserschneide-Maschine mehrere Arbeitsgänge in einem Fertigungsprozess erledigen, z.B.:

  • Rohre abschneiden
  • Einschnitte in Rohre vornehmen
  • Löcher in Rohre bringen
  • Gewinde in Rohre einarbeiten
  • Kanten glätten
  • Rohre markieren, gravieren

Ihre Überlegenheit zeigen Rohrlasermaschinen vor allen Dingen dann, wenn es darum geht, bestimmte Einschnitte und Konturen in Rohre vorzunehmen, z.B. um später an der Stelle andere Rohre oder Teile aufzunehmen, die absolut passgenau in die Öffnung passen müssen.

Dicke Materialstärken für Laser weniger geeignet

Laserschneiden ermöglicht in vielen Materialien hervorragende Schneidearbeiten, ist aber weniger geeignet für:

  • Große Materialdicken (z.B. Stahl über 3 cm)
  • Verbundstoffe
  • Stoffe, die thermisch überhaupt nicht beeinflusst werden dürfen

Dort, wo der Laser nicht eingesetzt werden kann, weil z.B. das Material zu dick ist, wird häufig das Wasserstrahlschneiden eingesetzt. Bei dünnen Blechen und den gängigen Rohren bis 3cm Materialdicke ist das Laserschneiden jedoch überlegen.

Über die Autorin

Iris

Fühlen Sie sich frei, den gesamten Inhalt auf meinem Webportal zu lesen.